Zecken auf Katzen: Vorbeugung und Zeckenentfernung

Muss man etwas unternehmen, wenn die Katze Zecken hat? Was kann man tun, was kann passieren, wenn man nichts tut? Wie schützt man die Katze am besten vor Zecken?
Zecke auf einer Katze, an typischer Stelle über dem Auge

Astrid Kurbjuweit

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12 Minuten
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Zecken mögen Warmblüter, also auch Katzen. Freigängerkatzen gehen oft genau da hin, wo die Zecken auf Wirte warten.

Man könnte also vermuten, dass Katzen häufig von Zecken befallen werden. Das ist eher nicht der Fall.

Der Grund dafür liegt im Verhalten der Katzen. Katzen sind sehr reinlich. Sie putzen sich die Zecken aus dem Fell, bevor diese sich festbeißen können.

Jedenfalls tun sie das sehr oft. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Zecken sich auf Katzen festbeißen. Verglichen mit Hunden haben Katzen aber sehr wenige Zecken. Gefährdet sind vor allem junge Katzen, Katzenwelpen.

Hier geht es darum, warum das ein Problem ist und was man tun kann,wenn man Zecken auf Katzen findet.

Sind Zecken für Katzen ein Problem?

Ob Katzen ein Zeckenproblem haben, hängt von der Lebens- oder Haltungsweise ab.

Reine Wohnungskatzen dürften normalerweise nicht mit Zecken in Kontakt kommen. Ausnahmen können (selten) passieren, wenn im selben Haushalt Hunde oder Freigängerkatzen leben, die Zecken von draußen mitbringen können.

Freigängerkatzen und Zecken

Freigängerkatzen sind dagegen grundsätzlich gefährdet. Dabei ist es egal, ob sie komplett frei streunen können oder ob sie einen eingehegten Bereich haben, den sie nicht verlassen können.

Auch wenn die Katze wie ein Hund an der Leine geführt wird, ist das kein Zeckenschutz.

glückliche Katze im Grünen. Leider zeckengefährdet

Glückliche Katze im Grünen. Da, wo auch die Zecken sind
Foto: suraram kag/Shutterstock

Die Frage ist nicht, ob die Katze aus dem Gehege kommen kann, sondern die Frage ist eher, welche (kleinen) Tiere rein kommen können. Wo Mäuse sind, sind meistens auch Zecken.

Was kann passieren, wenn die Katze eine Zecke hat?

Zecken selbst sind harmlos. Aber sie können Krankheiten übertragen. Es gibt eine ganze Reihe von zeckenübertragbaren Krankheiten, die Katzen betreffen.

Es kommt nicht so oft vor, dass Katzen von einem Zeckenstich krank werden. Aber wenn doch, dann werden Katzen oft schwer krank. Was der Katze schadet und hohe Tierarztrechnungen nach sich zieht.

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Wenn eine Katze bemerkt, dass sie eine Zecke hat, dann versucht sie, diese zu entfernen. Leider sind Katzenkrallen oder -zähne nicht besonders gut für diese Aufgabe geeignet.

Sie schaffen es also eher nicht, die Zecke fachgerecht zu entfernen. Und unvollständig entfernte Zecken können zu Entzündungen führen.

Wenn Katzen sehr viele Zecken haben, dann kann das durch das Blutsaugen zu einer Blutarmut bei der Katze führen.

Das ist sehr selten, kommt fast nur bei Katzenwelpen vor, die noch ungeschickt sind beim Putzen. Es kann aber auch bei erwachsenen Katzen passieren, die etwa durch Alter oder Krankheit nicht mehr so reinlich sind.

Katzenwelpe in Blumenwiese. Zeckengefährdet.

Katzenjunges in Blumenwiese. Kitten sind zeckengefährdet
Foto: vvvita/Shutterstock

Der hinterhältige Teil ist allerdings, dass Katzen ihre Zecken meistens entfernen, bevor diese sich festgebissen haben.

Und das tun sie oft an ihrem Lieblingsplatz, auf dem Sofa oder auch im Menschen-Bett. Die Zecke liegt dann dort rum und nimmt den nächsten besten Wirt, der vorbeikommt. Was dann eben oft ein Mensch ist.

Katzenhalter können sich also in der eigenen Wohnung eine Zecke einfangen. Wie oft das passiert, ist unbekannt.

Was tun, wenn die Katze eine Zecke hat?

Wenn man auf einer Katze eine Zecke findet, die noch krabbelt, dann kann man sie direkt entsorgen.

Wenn sich die Zecke bereits festgebissen hat, dann muss man sie entfernen. Je länger die Zecke saugt, umso höher ist das Risiko, dass sie Krankheitserreger überträgt.

Warten, bis die Zecke von alleine abfällt, ist also keine Option.

Hinzu kommt, dass Zecken, die vollgesogen von alleine abfallen, bereit zum Eierlegen sind. Vollgesogene Zecken, die irgendwo hinfallen, werden also schnell zu 2.000 oder auch 3.000 neuen Zecken.

Indem man die Zecke entfernt und fachgerecht entsorgt, verhindert man diese starke Zeckenvermehrung.

Zecken entfernen bei Katzen

Im Prinzip geht Zecken entfernen immer gleich, egal, wo oder auf wem die Zecke sich festgebissen hat. Zeckenentfernung bei Menschen geht also genauso wie Zeckenentfernung bei Katzen.

Man braucht ein Werkzeug. Die Finger sind nicht geeignet.

Geeignet sind eine Zeckenzange, ein Zeckenhaken, eine Zeckenpinzette, etc. Geeignet sind aber auch eine feine Splitterpinzette, ein Nähfaden oder eine kleine Nagelschere.

Das Werkzeug muss für die Zecke geeignet sein. Ob Die Zecke auf Mensch oder Tier sitzt, ist egal.

Allerdings stehen die Chancen gut, dass die Katze nicht dafür ist, dass dieses Werkzeug angewendet wird. Man braucht sehr oft drei oder vier Hände, um eine Zecke von einer Katze zu entfernen.

Am besten hat man also einen Helfer, der die Katze festhält. Wenn kein Helfer da ist und die Katze still hält, kann man es auch alleine probieren.

Das funktioniert mit manchem Werkzeug besser als mit anderem. Je schneller man die Zecke entfernen kann, umso besser sind die Chancen, dass man fertig ist, bevor die Katze anfängt zu protestieren.

Zeckenhaken für die Zeckenentfernung bei Katzen

Ein Zeckenhaken ist von daher eine gute Wahl. Aber es geht auch mit den anderen genannten Werkzeugen. Wer eins davon gewöhnt ist, muss nicht wechseln.

Man teilt das Fell der Katze so, dass die Zecke frei sichtbar ist. Mit dem Finger kann man sie ein bisschen aufrichten.

Dann schiebt man den Zeckenhaken so weit es geht, unter die Zecke. Der Zeckenhaken liegt dabei direkt auf der Haut auf.

Wenn die Katze jetzt weggeht, bleibt die Zecke am Zeckenhaken hängen und löst sich aus der Haut. Ansonsten kann man mit dem Haken die Zecke aus der Haut ziehen.

Es ist normal, wenn die Haut sich dabei zuerst ein bisschen hochzieht. Die Zecke klebt ihre Mundwerkzeuge in der Wunde fest, das muss sich erst lösen.

Diese Mundwerkzeuge haben auch Widerhaken. Die Zecke muss also aktiv loslassen. Das tut sie, bevor sie sich zerreißen lässt. Aber das ist der Grund, warum es ein kleines bisschen dauert, bis sie loslässt.

Und man braucht sich keine Sorgen zu machen. Die Zeckenentfernung tut nicht weh. Auch wenn die Katze vielleicht protestiert oder wegläuft, an Schmerzen liegt es nicht.

Das praktische am Zeckenhaken ist, dass man die Zecke fast nicht falsch anfassen kann. Also auch wenn die Katze vielleicht nicht stillhält, kann man es trotzdem versuchen.

Zeckenentfernung mit dem Zeckenhaken von einer Katze

Entfernung einer Zecke von einer Katze mit dem Zeckenhaken
Foto: Todorean-Gabriel/Shutterstock

Entweder man kriegt die Zecke richtig zu fassen, oder gar nicht. Mit anderen Werkzeugen kann man auch falsch anfassen, und dann die Zecke kaputt machen.

Wer also nach einem Werkzeug sucht, um Zecken von Katzen zu entfernen: Ein Zeckenhaken ist eine gute Wahl.

Es fallen Kosten im einstelligen Euro-Bereich an. Der Zeckenhaken kann beliebig oft verwendet werden. Und die Alternative ist ein teurer Tierarztbesuch.

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Zecken auf Katzen: Vorbeugung

Noch besser als Zecken zu entfernen ist, wenn die Katze gar nicht erst welche bekommt.

Denn auch wenn Katzen relativ selten Zecken haben, sollten diese dann nach Möglichkeit zeitnah entfernt werden.

Man kann also seine Katze regelmäßig absuchen, ob irgendwo Zecken sind. Die meisten Katzen mögen das auch.

Zecken, die noch am selben Tag entfernt werden, richten meistens keinen weiteren Schaden an. Auch wenn es natürlich keine Garantie gibt.

Aber manche Freigängerkatzen sind tagelang unterwegs, bis sie wieder nach Hause kommen.

Eventuelle Zecken können dann schon recht groß sein, haben eventuelle Krankheitserreger vermutlich schon an die Katze weitergegeben.

Auch wenn man mehrere Katzen hat, oder berufstätig ist, oder sonstwie nicht so viel Zeit hat, ist das tägliche Absuchen nicht unbedingt die Methode der Wahl.

Hinzu kommt, dass Zecken wirklich überall sitzen können. Auf dem Zahnfleisch, zwischen den Zehen, in den Ohren. Überall.

Und sie sind bei den meisten Katzen farblich perfekt getarnt. Es kann also durchaus sein, dass man direkt draufguckt und die Zecke trotzdem nicht sieht.

Zecken auf Katzen können wirklich überall sein. Hier auf dem Zahnfleisch

Eine Zecke auf dem Zahnfleisch einer Katze
Foto: Todorean-Gabriel/Shutterstock

Besser als zu hoffen, dass man wirklich alle gefunden hat, ist also Vorbeugung.

Das ist bei Katzen leider gar nicht so einfach.

Ätherische Öle sind für Katzen nicht geeignet

Für viele Menschen sind Naturprodukte die erste Wahl, wenn sie ihr Tier schützen wollen.

Viele natürliche Zeckenmittel, die für Hunde empfohlen werden, sind aber für Katzen nicht geeignet.

Katzen vertragen keine ätherischen Öle. Mit zum Beispiel Teebaumöl kann man seine Katze schwer vergiften und in Lebensgefahr bringen. Das scheidet also komplett aus.

Alle ätherischen Öle wirken, indem sie den Eigengeruch des Tieres überdecken. Das mag Zecken vergraulen, aber es macht eine Katze ganz sicher unglücklich.

Keine Katze möchte nach Citronella oder Kokos riechen.

Kein Permethrin für Katzen!

Auch andere frei verkäufliche Anti-Zeckenmittel sind oft nicht für Katzen geeignet. Zum Beispiel ist Permethrin im Allgemeinen ein gut verträgliches Mittel gegen Zecken.

Nur für Katzen ist Permethrin absolut ungeeignet. Katzen fehlt das Enzym, das Permethrin abbaut. Sie werden davon schwer krank.

Auf Zeckenmitteln steht nicht immer drauf, ob Permethrin drin ist. Es ist also ganz wichtig, darauf zu achten, dass ein Mittel explizit für Katzen geeignet ist.

Was gut ist für Hunde, kann für Katzen tödlich sein.

Zeckenhalsband für Katzen: meistens ungeeignet

Und dann gibt es noch andere Überlegungen. Zeckenhalsbänder werden manchmal für Hunde empfohlen. Es gibt sie auch für Katzen.

Aber Wohnungskatzen brauchen keinen Zeckenschutz. Und Freigängerkatzen sollten keine Halsbänder tragen, mit denen sie irgendwo hängen bleiben könnten.

Zeckenhalsbänder sind also höchstens für Katzen, die unter ständiger Aufsicht in einem Raum sind, den sie wirklich nicht verlassen können. Oder eben für Katzen, die an der Leine geführt werden.

Auch bei Halsbändern kommt es auf den Wirkstoff an. Es muss also ein Zeckenhalsband für Katzen sein. Die Variante für kleine Hunde passt vielleicht von der Länge her, aber nicht unbedingt vom verwendeten Wirkstoff.

Zeckenschutz in Tablettenform

Zeckenschutz für Katzen kann als Tablette verabreicht werden. Das hat den Vorteil, dass dabei meistens gleich der Floh- und Wurmschutz mit enthalten ist.

Und es hat den Nachteil, dass es meistens gar nicht so einfach ist, einer Katze eine Tablette zu geben. Allerdings gibt es diese Mittel oft beim Tierarzt, der sie dann auch gleich der Katze eingibt.

Die meistens beste Lösung: Zeckenschutz für Katzen als Spot-on

Wer nicht jedes Mal zum Tierarzt gehen möchte, ist wahrscheinlich mit Spot-on Zeckenmitteln am besten bedient.

Es gibt sie speziell für Katzen, mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Die dann meistens sowohl vor Zecken, als auch vor Flöhen schützen.

Es werden gelegentlich neue Wirkstoffe entwickelt, so dass es sich lohnt, sich beim Tierarzt beraten zu lassen.

Ansonsten werden Mittel mit dem Wirkstoff Fipronil gut von Katzen vertragen.

Fazit

Katzen haben meistens keine großen Probleme mit Zecken. Schwer krank werden können sie trotzdem. Und sie können Zecken mit in die Wohnung bringen, die sich dann einen menschlichen Wirt suchen.

Zeckenentfernung bei Katzen ist einfach. Nur das regelmäßige Absuchen kann aufwendig werden.

Zeckenschutz für Katzen ist nicht ganz einfach, weil die Katzen viele Mittel nicht vertragen. Man muss also aufpassen, und am besten auf den tierärztlichen Rat hören.

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Beitragsbild: thka/Shutterstock