Zeckenuntersuchung: ist sie mit Borrelien oder anderen Krankheitserregern infiziert?

Zecke im Reagenzglas wird ins Labor geschickt, auf Krankheitserreger untersucht

Astrid Kurbjuweit

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3 Minuten
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Wenn man am eigenen Körper oder auch an dem seines Haustiers eine Zecke entdeckt und entfernt hat, dann lebt man natürlich in der Sorge, diese Zecke könnte Krankheitserreger übertragen haben. Diese Sorge ist durchaus berechtigt, denn Zecken selber sind harmlos, die von ihnen übertragenen Krankheiten sind es nicht.

Da die Inkubationszeit der meisten zeckenübertragbaren Krankheiten, wie zum Beispiel Borreliose oder FSME, mehrere Wochen beträgt, kann die Wartezeit stressig werden. Es gibt hier die Möglichkeit, die Zecke in einem spezialisierten Labor auf Borrelien oder FSME-Erreger untersuchen zu lassen. Eine Zecke, die keine Krankheitserreger enthält, kann auch keine übertragen, eine solche Untersuchung kann also durchaus zu einer psychischen Entlastung beitragen.

Alternativ kann man die Zecke ans RKI schicken, dort wird sie auch auf Krankheitserreger untersucht, auch wenn das Ziel dort das Anlegen eines Zeckenatlas ist.

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Zuletzt aktualisiert am 28. Februar 2024 um 20:45 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Allerdings werden die Kosten einer solchen Untersuchung im Allgemeinen nicht von den Krankenkassen übernommen, und das mit Grund. Denn Zecken können sehr viele Krankheiten übertragen, Borreliose und FSME sind zwar die häufigsten in Mitteleuropa, aber keineswegs die einzigen. Nicht jede infizierte Zecke überträgt ihre Erreger auf ihren Wirt. Wenn die Zecke schnell gefunden und rechtzeitig und sachgerecht entfernt wurde, hat man gute Chancen, gar nicht erst infiziert zu werden. Rechtzeitige Zeckenentfernung ist also in jedem Fall wichtig. Aber auch wenn Erreger übertragen wurden, wird man nicht zwangsläufig krank. Es ist ein Wettlauf zwischen den Erregern und dem Immunsystem. Wenn das Immunsystem gewinnt, erfährt man als Betroffener nichts davon, man wird einfach nicht krank. Auf der anderen Seite kann man krank werden, auch wenn die entfernte Zecke nachweislich keine Erreger enthält. Oder man sich sicher ist, niemals von einer Zecke gestochen worden zu sein. Denn es kommt vor, dass Zeckenstiche unbemerkt bleiben, was vor allem auf Zecken-Nymphen und männliche Zecken zurückgeht, die nicht so lange saugen und deswegen auch kleiner und unauffälliger bleiben. Es kann sein, dass man zwei oder mehr Zeckenstiche oder Zeckenbisse hatte, wovon nur einer bemerkt wurde. Es gibt also keine Garantie.

In seltenen Fällen kann es trotzdem eine gute Idee sein, die Zecke in ein Labor einzuschicken. Zum Beispiel, wenn man nachweisen muss, dass man sich eine bestimmte Krankheit während der Berufsausübung zugezogen hat. Da ist der Bescheid des Labors, dass die Zecke infiziert war, ein gutes Argument. Auch, wenn es natürlich logisch nicht zwingend ist.

Ganz allgemein kann die Untersuchung von Zecken auf Krankheitserreger trotz allem sinnvoll sein, für wissenschaftliche Zwecke. Dem Einzelnen nützt das Wissen, ob „seine“ Zecke nun bestimmte Erreger enthält oder nicht, wenig. Zu wissen, wie viele Zecken oder welcher Prozentsatz an Zecken mit bestimmten Erregern infiziert sind, ist dagegen eine nützliche Information. Über solche flächendeckenden Untersuchungen kann man das Risiko, in einem bestimmten Gebiet an einer bestimmten Krankheit zu erkranken, quantifizieren. So sind zum Beispiel in den FSME-Risikogebieten mehr Zecken mit FSME-Erregern infiziert als in anderen Gegenden. Viele Zecken zu untersuchen ist allerdings aufwendig und teuer, weshalb oft nur Schätzwerte existieren, die auf einer zu geringen Zahl untersuchter Zecken beruhen. Ausführliche, fundierte Informationen gibt es beim Robert-Koch-Institut.

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Beitragsbild: Sergei Aleshin/Shutterstock