Zeckenschutz ist notwendig, doch viele möchten auf synthetische Wirkstoffe verzichten. Wer Kinder, Hunde, oder sich selbst natürlich schützen möchte, kann ein Zeckenspray aus naturbelassenen Zutaten einfach selber herstellen.
In diesem Artikel findest du zwei Rezepte für dein DIY-Zeckenspray.
- Das Intensive: Ein Spray auf Basis von Schwarzkümmelöl.
- Das Pflegende: Ein Spray auf Basis von Kokosöl (inklusive Erklärung, warum flüssiges Kokosöl anders wirkt als festes).
Dazu gibt es eine Einordnung, was die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen angeht, und eine Warnung, die die Anwendung bei Säuglingen, Kleinkindern und Katzen betrifft.
Ergänzt wird das Ganze durch die kurze Vorstellung weiterer wirksamer Hausmittel, und natürlicher Wirkstoffe, die ebenfalls eine zeckenabwehrende Wirkung haben. Einige davon kann man ebenfalls als Spray anwenden.
Inhalt
- Natürliche oder chemische Zeckenmittel: Warum überhaupt Zeckenschutz?
- Rezept 1: Zeckenspray mit Schwarzkümmelöl, für Menschen und Hunde
- Rezept 2: Zeckenspray mit Kokosöl (Die pflegende Basis), für Menschen und Hunde
- Hausmittel, die für Zeckensprays geeignet sind
- (Kein) Selbstgemachtes Zeckenspray für Katzen
- Wirksamkeit und Nebenwirkungen von selbstgemachtem Zeckenspray
- Warnung: Natürliche Mittel sind nicht automatisch gesund und nebenwirkungsfrei
Natürliche oder chemische Zeckenmittel: Warum überhaupt Zeckenschutz?
Der Grund für die Anwendung von Zeckensprays oder Zeckenmitteln ist die ganz reale Gefahr, die von Zeckenstichen ausgeht. Man kann sich sehr unangenehme Krankheiten einfangen.
Also will man ein Zeckenmittel, das diese Gefahr verringert, oder nach Möglichkeit sogar ausschließt.
Es gibt leider keine hundertprozentige Wirkung. Aber man muss festhalten, dass natürliche Zeckenmittel im Allgemeinen weniger wirksam sind als solche, die pharmazeutisch maßgeschneidert für den speziellen Anwendungsfall sind.
Moderne Wirkstoffe wie Icaridin sind genau auf die gewünschte Wirkung zugeschnitten und nebenwirkungsarm.
Zusätzlich hat man mit natürlichen Mitteln mehr Aufwand. Sie müssen öfter angewendet werden, die Anwendung ist mühsamer, sie können klebrig sein und Staub und Dreck festhalten.
Es besteht die Gefahr, dass einem das nach kurzer Zeit zu viel wird und man es dann vergisst.
Gar kein Zeckenschutz ist aber definitiv die schlechteste Lösung.
Nach diesem Denkanstoß kommen jetzt die Rezepte.
Rezept 1: Zeckenspray mit Schwarzkümmelöl, für Menschen und Hunde
Schwarzkümmelöl wirkt definitiv gegen Zecken.
Es verändert bei regelmäßiger Anwendung leicht den Hautstoffwechsel, verbessert dadurch die körpereigene Abwehr und wirkt abschreckend auf Zecken.
Wer sich oder sein Haustier konsequent mit Schwarzkümmelöl schützt, hat weniger Probleme mit Zecken.
Das gilt für innere und äußere Anwendung. Aber hier geht es um Zeckenspray.
Diese Variante eignet sich besonders gut für Hunde, Erwachsene und ältere Kinder.
Für jüngere Kinder unter drei Jahren, ist Schwarzkümmelöl nicht geeignet.
Für Katzen ist Schwarzkümmelöl giftig, also ist dieses Spray nicht für Katzen geeignet!
Das brauchst du:
- Eine saubere, leere Sprayflasche* (100ml) (am besten Braunglas, 100 ml)
- 10 ml Schwarzkümmelöl
- 90 ml abgekochtes oder destilliertes Wasser
- 1 Tropfen Spülmittel (als Emulgator, damit sich Öl und Wasser verbinden)
Zubereitung:
Fülle das Öl und den Tropfen Spülmittel in die Flasche. Fülle dann die Flasche mit dem Wasser auf. Verschließe sie und schüttle sie kräftig, bis eine milchige Emulsion entsteht.
Das Spray ist sofort anwendungsbereit. Wichtig ist, vor und während der Anwendung immer wieder zu schütteln, da die Emulsion sich sonst trennt.
Das Spray enthält kein Konservierungsmittel. Wenn man das Wasser abkocht und ansonsten alles peinlich sauber hält, ist die Mischung eine Weile haltbar. Aber nicht ewig.
Am besten lagert man es lichtgeschützt im Kühlschrank und verbraucht es innerhalb von zwei bis drei Wochen. Die Spray-Herstellung geht schnell, man stellt also besser nur eine kleine Menge her, und wiederholt das bei Bedarf.
Anwendung:
Bevor man in die Natur geht, sprüht man sich, oder seinen Hund, am ganzen Körper mit dem Spray ein. Aufpassen, dass nichts in die Augen gelangt, am besten den Kopf ganz auslassen.

Selbstgemachtes Zeckenspray schützt eine französische Bulldogge vor Zecken.
Foto: Foto: KI-generiertes Bild
Stattdessen etwas Spray auf die Hand sprühen und den Kopf damit einreiben.
Kurz antrocknen lassen, weil sich sonst Staub und ähnliches festsetzt. Tägliche Anwendung ist problemlos möglich.
Rezept 2: Zeckenspray mit Kokosöl (Die pflegende Basis), für Menschen und Hunde
Hier gibt es ein Problem: natives, festes Kokosöl ist definitiv wirksam gegen Zecken, weil es viel Laurinsäure enthält.
Aber das feste Öl kriegt man nicht durch die Düse einer Sprühflasche (jedenfalls nicht ohne chemische Zusatzstoffe), man muss es einreiben.
Man kann stattdessen flüssiges (fraktioniertes) Kokosöl nehmen, das funktioniert sehr gut als Spray.
Aber es enthält kaum noch Laurinsäure. Das macht es nicht wirkungslos, aber eine deutliche Reduzierung der Wirkung ist Fakt.
Ein Spray aus flüssigem Kokosöl ist hautpflegend und es hat eine leicht zeckenabweisende Wirkung, weil es einen Fettfilm auf der Haut hinterlässt, der es Zecken schwer macht, sich festzuhalten.
Vor allem eignet es sich aber als Grundlage für alle möglichen ätherischen Öle, die zeckenabschreckend wirken und die pur die Haut oder auch die Atemwege reizen könnten.
Das brauchst du:
- Eine saubere, leere Sprayflasche* (100ml) (am besten Braunglas, 100 ml)
- 10 ml flüssiges Kokosöl
- 90 ml abgekochtes Wasser
- 1 Tropfen Spülmittel
- Optional (Nicht für Katzen/Kleinkinder!): 5 Tropfen ätherisches Öl (z.B. Zitroneneukalyptus oder Geraniol) als Wirkstoff-Booster.
Zubereitung:
Das Spray wird genauso zubereitet wie das Schwarzkümmelöl-Spray. Öl und Spülmittel in die Flasche füllen, mit Wasser auffüllen und schütteln, bis sich eine milchige Emulsion bildet. Es ist sofort anwendungsbereit.
Anwendung:
Da dieses Spray (ohne ätherische Öle) sehr mild ist, solltest du es großzügiger auftragen als die Schwarzkümmelöl-Variante.
Beim Auftragen immer wieder schütteln, damit die Emulsion sich nicht trennt.
Genau wie das Schwarzkümmelöl-Spray ist auch dieses Kokosöl-Spray frei von Konservierungsmitteln und sollte deshalb kühl und dunkel gelagert und bald verbraucht werden.
Es eignet sich gut für kurze Spaziergänge in risikoarmem Gelände. Man sollte sich nicht auf die Wirkung verlassen, wenn man in einem FSME-Risikogebiet unterwegs ist oder wenn man Kleinkinder schützen möchte.
Die Wirkung von Kokosöl-Spray hält nicht sehr lange an. Man sollte also nach ein paar Stunden das Einsprühen wiederholen.

Zeckenspray selber machen ist ganz einfach: alle Zutagem in die Flasche geben und gut schütteln.
Foto: KI-genriertes Bild
Hausmittel, die für Zeckensprays geeignet sind
Es gibt nicht nur Schwarzkümmelöl und Kokosöl. Eine ganze Reihe von natürlichen Hausmitteln hat eine Wirkung gegen Zecken. Manche kann man mit den oben beschriebenen Spray-Rezepten kombinieren und damit vielleicht die Wirkung verbessern.
Die meisten Menschen denken bei Hausmitteln an ätherische Öle. Man kann sie verwenden, man kann sie mit einem Kokosöl-Spray verbinden.
Die Wirkung beruht auf den intensiven Gerüchen. Egal, ob wir den jeweiligen Geruch als angenehm empfinden oder nicht, er stört Zecken.
Man kann also ausprobieren, welches ätherische Öl dem eigenen Geschmack entspricht und eine zumindest gewisse Wirkung entfaltet. Bewährt haben sich Zitroneneukalyptus oder Geraniol, aber das heißt nicht, dass andere Öle wirkungslos sind.
Bedenken muss man allerdings, dass ätherische Öle zum einen sowohl für Kinder als auch für Katzen ungeeignet sind.
Zum anderen ist die Wirkung nur dann halbwegs gut, wenn man sie entsprechend hoch dosiert. Und dann sind Nebenwirkungen ziemlich wahrscheinlich.
Menschen können Zecken mit Knoblauch abwehren. Das geht auch als Spray. Man riecht dann danach, was die Zecken nicht so gerne mögen. Die Mitmenschen allerdings auch nicht.
Hunde und Katzen sollte man nicht mit Knoblauch behandeln.
(Kein) Selbstgemachtes Zeckenspray für Katzen
Die beschriebenen Zeckensprays eignen sich für erwachsene Menschen und für Hunde. Sie eignen sich eher nicht für Katzen.
Schwarzkümmelöl ist für Katzen giftig. Das fällt also weg.
Kokosöl kann zumindest im Prinzip bei Katzen verwendet werden. Aber eine glückliche Katze wird man damit nicht bekommen.
Die meisten natürlichen Wirkstoffe, die gegen Zecken wirksam sind, sind für Katzen giftig oder zumindest unangenehm.
Selbstgemachtes Zeckenspray für Katzen, aus natürlichen Grundstoffen, und dann auch noch tatsächlich wirksam, gibt es also leider nicht.
Du hast eine Katze und bist gerade nicht fündig geworden?
Es gibt Mittel, mit denen man seine Katze einsprühen kann, aber die sind nicht wirklich wirksam. Da Katzen das Einsprühen nicht mögen, lässt man das besser sein.
Man kann Kokosöl für Katzen verwenden, aber man macht die Katze damit nicht glücklich.
Man kann Geraniol für Katzen verwenden, aber sie wird es genauso wenig mögen.
Andere Wirkstoffe sind für Katzen giftig, auch Schwarzkümmelöl, auch fast alle ätherischen Öle!
Zeckenschutz für Katzen besser nicht als Spray!
Wirksamkeit und Nebenwirkungen von selbstgemachtem Zeckenspray
Sowohl natives Kokosöl als auch Schwarzkümmelöl haben eine gute Wirksamkeit gegen Zecken. Das gilt nur mit Einschränkung für flüssiges Kokosöl.
In jedem Fall gibt es keine garantierte Wirkung.
Auch ätherische Öle, die man zur Verbesserung der Wirkung zusetzen kann, sind zwar natürlich, aber nicht 100% wirksam.
Kokosöl ist für Menschen, auch Kinder, für Hunde und mit Einschränkung auch für Katzen geeignet.
Schwarzkümmelöl kann bei Menschen, auch bei Kindern, angewendet werden. Bei Kleinkindern und Säuglingen sollte man vorher den Kinderarzt fragen.
Ätherische Öle sind nur für erwachsene Menschen. Denn obwohl sie durchaus eine gewisse Wirkung haben, muss man sie hoch dosieren, damit diese Wirkung messbar wird.
Und dann werden Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Atemwegsreizungen, Allergien häufiger.
Man sollte sie also nur bei Erwachsenen anwenden. Sowohl Kinder als auch Haustiere sollten nicht mit ätherischen Ölen behandelt werden.
Eine oft übersehene Nebenwirkung ist, dass man vergisst, die Mittel herzustellen, oder dass sie überlagert nicht mehr verwendbar sind. Das, und unnötige Reste von einzelnen Zutaten, kann man vermeiden, indem man fertiges, natürliches Zeckenspray kauft.
Warnung: Natürliche Mittel sind nicht automatisch gesund und nebenwirkungsfrei
Wer Zeckenspray selber machen möchte, aus natürlichen Zutaten, hat häufig im Kopf, dass das gesünder wäre als chemisch-pharmazeutisch hergestellte Mittel.
Das ist leider nur eingeschränkt zutreffend.
Ob etwas harmlos ist, hängt stark davon ab, wer oder was man ist. Was für Menschen harmlos ist, kann für Hunde oder Katzen gefährlich, sogar tödlich sein. Und umgekehrt.
In jedem Fall geht eine höhere Wirksamkeit mit stärkeren Nebenwirkungen einher. Was sehr oft bedeutet, dass vor allem für Kleinkinder und Säuglinge das Risiko der Anwendung der natürlichen Mittel schlicht zu hoch ist. Bevor man also vermeintlich harmlose Mittel an Säuglingen oder kleinen Kindern anwendet, sollte man den Kinderarzt befragen!
Erwachsene stecken die Nebenwirkungen meistens besser weg, aber auch hier können Hautreizungen, Atemwegsreizungen, Allergien und andere Nebenwirkungen auftreten.
Natur ist nicht immer harmlos. Natur kann auch giftig sein!




